Gestern bin ich also in meinem eigenen kleinen Reich angekommen und habe erstmal ausgiebig mit viel zu heißem Wasser geduscht und zwölf Stunden in einem Zimmer ganz für mich alleine geschlafen. Das war besonders wichtig, da ich die Nacht davor kaum Schlaf fand. Im Bett unter mir lag nämlich ein recht unheimlicher Zeitgenosse aus Indien. Ich durfte schon tagsüber seine Bekanntschaft machen; bei dieser Gelegenheit fragte er mich aus: Wieviele Brüder und Schwestern hast du? Was machen deine Eltern? Was sind deine Interessen? Was willst du mit deinem Leben machen? An sich sind dies keine ungewöhnlichen Fragen; beängstigend wurde das Gespräch erst als Vipul dann mit starrem Blick ins Leere glotzte und mir meine Zukunft vorhersagte. Auch wenn die Prophezeiung selbst zu banal zum weitererzählen ist, hielt ich es dann doch für vernünftiger, nicht auf seine Einladung zu einem abendlichen Kaffee einzugehen. Nachts jedoch konnte ich natürlich nicht umhin zu bemerken, dass er sich ständig hin- und herwälzte, bevor er mitten in der Nacht aufstand, um irgendetwas unsagbar Unheimliches zu tun. Vielleicht versuchte er weitere Zukunftsprognosen aus meiner Unterwäsche zu lesen, die ich unter seinem Bett verstauen musste.Yesterday I arrived at my brandnew home, where I firstly took a much too hot but proper shower and then slept twelve hours straight in a room completely for myself. The last was especially important to me as I did not get enough sleep on my last night at the hostel. Because in the bunkbed underneath me a weird person from India had set up his bed. In the afternoon I already had the pleasure of making his acquaintance and on this occasion he interrogated me: How many brothers and sisters do you have? What do your parents do for a living? What are your plans for the future? These questions were not odd per se but the situation became a lot scarier when Vipul began gazing into space while predicting my personal future. And although the prophecy itself was to trivial to retell, I thought it reasonable to not accept his invitation to a nightly coffee. At night, when everybody in the dormitory was already fast asleep, I couldn't help but notice Vipul tossing and turning in the bed under mine before he got up and turned on the lights to do something unspeakably creepy. Maybe he tried read other predictions of my future out of my underwear in my suitcases which I had to stow under his bed.
2 Kommentare:
Hallo Viktoria,
in welcher (Jugend-?) Herberge war das denn? Ich habe oft in Jugendherbergen uebernachtet, da lernt man schon interessante Leute kennen, zum Beispiel Japaner, die kein Wort irgendeiner westlichen Sprache sprechen, oder Leute, die nur ein paar Kilometer weg wohnen von wo man selber kommt.
Klingt jedenfalls so als wuerde es dir da gefallen.
Karolus
Das war im M&J-Hostel. Ja, ich übertreibe natürlich etwas. Habe dort auch einige sehr interessante und liebe Menschen getroffen. Bin jetzt sogar noch manchmal dort, um Francesca (la mia amichetta :)) zu besuchen, die dort arbeitet.
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