Rom ist eine Stadt, die man im Freien erleben muss. Und langsam aber sicher steigen die Temperaturen, die Sonne wird immer seltener durch lästige Wolkenfelder gestört, die Straßen trocknen nach andauerndem Regen. So gibt es im angehenden Frühling nichts schöneres als stundenlange Spaziergänge durch das historische Zentrum. Man bewundert aufs neue wunderschöne Gebäude, die gerade von hellem Sonnenlicht beschienen werden; man schlendert über die "Sanpietrini" - das allgegenwärtige dunkle Kopfsteinpflaster; man ruht sich auf einer d

er Steinbänke auf der Piazza Navona aus, während man dem Plätschern des Mohrenbrunnen lauscht. Oder man verweilt ein wenig bei einem der zahlreichen Straßenkünstler, die in der ewigen Stadt nach zahlendem Publikum suchen.
Rome is a city to be experienced outdoors. And slowly but surely the temperatures rise, the sun is disturbed by cloud fields less and less, the streets dry after the neverending rain. Thus in the incipient spring there is nothing better than an hours-long walk through the historic city center. You can once more admire beautiful buildings, you can stroll over the "sanpietrini - the ubiquitous cobblestone pavement, you can rest on one of the stone benches on the Piazza Navona while listening to the soft lapping of the Fontana del Moro. Or you can linger by one of the many street artists, that are looking for paying audience in the Eternal City.
Oft sieht man die obligatorischen lebenden Statuen, von denen einige so kreativ und sympathisch sind, dass sie jedesmal zahlreiche Zuschauer anziehen. So stellt sich einer von diesen in einem bunten Anzug mit Krawatte und Aktentasche mitten auf die umlaufende Straße auf der Piazza Navona und mimt einen eiligen, grinsenden Geschäftsmann. Die einzige Bewegung, die von ihm ausgeht, sind die Augenbrauen, die anzüglich über der Sonnenbrille zucken, wenn ein paar Münzen in seine Dose fallen. Ein anderer malt sich von oben bis unten in demselben grau an, wie es die vielen Mülltonnen in Rom aufweisen, und fläzt sich neben eine von diesen mit einer Flasche Hochprozentigem, wie ein einsamer Cowboy nach einer durchzechten Nacht.
Often you see the obligatory living statues. Some of them are very creative and winsome that they always attract numerous spectators. One positions himself on the Piazza Navona with a colorful suit and briefcase and acts like a grinning businessman in a hurry. The only movement you can witness are his eyebrows that will twitch over his sunglasses when you drop some coins in his tin can. Another paints himself in the same grey as the many garbage cans of Rome and slouches beside one of them with a bottle of schnaps like a lonely cowboy after a drunken night.Eine recht merkwürdige Attraktion bietet ein älterer Mann. Sein langes weißes Haar wallt über das Oberteil eines billigen Zirkuskostüms, während seine Finger in selbst

gebastelten Handpuppen stecken. Zeigefinger und Mittelfinger stellen die Beine dieser kleinen Figuren dar, die er in festen Choreographien über einen vor ihm stehendem Tisch tanzen lässt. Aus einer Box darunter erklingt zu diesem Theater Musik von Pop über HipHop bis Tango. Eine überflüssigere Show habe ich im Leben noch nicht erlebt. Auch die kleinen Requisiten, die er hurtig wechselt, wenn das Band das nächste Lied mit anderem Thema spielt, sind leider wenig amüsant. Klitzekleine Gartenbänke oder Hüte oder Röckchen oder Bäumchen sind es wirklich nicht wert, sich ein paar Minuten länger die Beine in den Bauch zu stehen. Aber man tut es trotzdem. Und dann bemerkt man, dass dieser gruselige Herr die umstehenden Zuschauer mit einem äußerst anzüglichen Blick betrachtet, was noch irritierender wird durch die Tatsache, dass sich das ganze Puppenspiel genau auf der Höhe seines Schrittes abspielt. Ich scheine nicht die einzige zu sein, die von diesem Spektakel in neugierige Abneigung versetzt wird. Wenige trauen sich nah an seinen Tisch heran und nur die abgebrühtesten wagen es ein Geldstück in seinen Hut zu werfen.
A very weird attraction is being offered by an elderly man. His long white hair falls over a cheap circus costume. With little self-made hand puppets - his index and middle finger represent the legs of the little figures - he shows choreographies on a small table along to some bad music that comes from underneath. There was never a more superfluous shown on the face of the earth. Even the small requisites that he changes hastily when the music changes are little amusing. Itsy-bitsy benches or hats or skirts or trees are really not worth cooling one's heels for longer than necessary. But you stay anyway. Only to notice after a few moments that the creepy mister watches the audience with a kind of lewd look, which is even more irritating because of the fact, that the whole puppetry is taking place right in the height of his crotch. I do not seem to be the only one that is curiously horrified by this spectacle. Few dare to approach his table and only the bravest of them venture to throw a coin into his hat.
Seltener kann man Straßenmalern bei der Arbeit zusehen. Wenn man aber das Glück hat, einen zu finden, zaubert dieser ein wahres Kunstwerk auf das Pflaster. Ich durfte die "Geburt der Venus" von Botticelli in Kreide bewundern. Es war eine wirklich beeindruckende Kopie des Gemäldes, das ich vor ein paar Jahren in Florenz bestaunt habe.
Less often you can watch street painters at work. But if you are lucky enough to find one, they are always creating a real masterpiece on the pavement. I saw a "Birth of Venus" by Botticelli in chalk. It was a truly impressive copy of the painting I saw a few years back in Florence.Zuletzt gibt es natürlich viele Straßenmusiker, welche die schönsten Plätze in eine angenehme Atmosphäre versetzen. Man hört zum Beispiel Gitarristen, die mit spanisch anmutenden Klängen das Abendessen begleiten; man hört kleine Ensemble mit eher jazzigen Klängen; man hört Violinisten, die in teilw

eise schiefen Tönen ein paar bekannte klassische Sinfonien andeuten; man hört manchmal sogar Tenöre, die mit großen Stimmen die Piazza Rotonda in eine Opernbühne verwandeln. Wenn also die gelblich warme Straßenbeleuchtung das abendliche Rom in eine wohlige Stimmung versetzt und sich die ganze Stadt zu entspannen scheint; was könnte da schöner sein, als mit ein paar Freunden, ein wenig Bier oder Wein und interessanten Gesprächen von einem Platz zum nächsten zu schlendern, wo schon der nächste talentierte Musikant darauf wartet, einen in vergnügte, nachdenkliche oder romantische Stimmung zu versetzen.
Finally there are of course lots of street musicians, that put the most beautiful squares in
to a cosy atmosphere. There are guitarists, that accompany dinner with some spanish sounds; there are small jazzy ensembles; there are violinists that adumbrate classical symphonies with shrill tones; there are sometimes even tenors, that transform the Piazza Rotonda into a opera stage with great voices. So when the warm street lighting puts the evening Rome into a pleasant and tranquil ambiance; what could be nicer than spending the evening with a couple of friends, some wine and interesting conversations strolling from one beautiful square to the next, where another talented musician is just waiting to put you in a merry, contemplative or romantic mood.