Mittwoch, 14. Januar 2009

Alltag in Rom - Everyday life in Rome

Gerade sind Semesterferien, was bedeutet, dass ich frei über meine römische Zeit verfügen kann. Gestern kam mir deswegen in den Sinn, dass ich mal wieder einen ausgedehnten Spaziergang durch die historische Innenstadt machen sollte.
Ich stehe also gut gelaunt am späten Vormittag auf und versorge mich schnell mit einem Frühstück, das für meine Mitbewohner jedes Mal wieder befremdlich wirkt. Es scheint absurd zu sein, erst ein Spiegelei zu essen, dann Toast mit Wurstaufschnitt und zuletzt dann Toast mit Marmelade. "Wurst und Marmelade, wie unappetitlich!" Auch wenn ich nach diesen Kommentaren jedesmal darauf hinweise, dass ich Wurst und Marmelade ja nicht auf einem einzigen Toast esse, sondern zwei gesonderte Scheiben dafür verwende, bleiben die verblüfften Blicke.

At the moment it is semester break for me, which means, that I have time to spare for taking a long and relaxing stroll through the historic center, for instance. That is what yesterday crossed my mind.
So I wake up before noon, in good spirits, and treat myself to a nice breakfast, which still seems strange and outlandish to my two roommates. It appears to be bizarre to first eat a fried egg, then toast with cold meat and afterwards toast with jam. "Jam and salami, how gross!" Even if I explain to them everytime, that I do not eat jam and meat on a single toast but on two seperate ones, I cannot get the bewildered looks off their faces.

Auf dem Weg zur Bushaltestelle drehe ich mich dann wie so oft nach dem Geräusch eines schmalen Wasserstrahls, der auf den Asphalt trifft, um und stelle wieder erleichtert fest, dass gerade nicht jemand am helllichten Tag seine Notdurft an einer Straßenecke verrichtet, sondern dass wie gewohnt der Nasone sein Wasser spendet. Diese kleinen Trinkwasserbrunnen sind in ganz Rom zu finden und versorgen die Stadt rund um die Uhr mit qualitativ hochwertigem Wasser. Besonders in den heißen Sommermonaten sind die Nasoni ("große Nasen") mit ihrem erfrischend kühlen Nass ein willkommenes Geschenk der Stadt.

On my way to the busstop I turn around to the sound of a small jet of water which hits the curb and I am as always relieved to not find a guy doing his business in the middle of the day in the middle of the street but just the Nasone that gives off water. These little drinking water fountains can be found all over Rome and provide water of high quality for the city. Especially in the hot summer months the Nasoni ("big noses") with their cool and refreshing offering are a welcome bounty.

Am Hauptbahnhof Termini angekommen mache ich mich auf den Weg über die Piazza della Repubblica die Via Nazionale entlang. Ich mache Halt an den vielen Souvenirläden und überlege, ob ich wieder ein paar Postkarten verschicken sollte. Als ich zahlen möchte, spricht mich die Verkäuferin erst auf Englisch an und antwortet dann auf meine italienischen Grußworte und meine Frage nach passenden Briefmarken mit einem gut gelaunten "Ach, Sie sind ja Italienerin!" Nachdem ich diese Bestätigung einige Sekunden genüsslich auskoste, gebe ich aber zu, dass ich nicht aus Italien komme. "Sie sprechen aber wirklich gut Italienisch!"
Fröhlich trete ich dann wieder auf die Straße. Es hat angefangen zu nieseln. Aber meine Schritte, die mich Richtung Piazza Navona lenken, sind trotzdem beschwingter als vorher.

Having finally arrived at the main station Termini I follow my way over the Piazza della Repubblica along the Via Nazionale. I stop at the many souvenir shops and consider sending out some postcards. The cashier greets me in English but as I start asking her about some stamps for the cards in Italian she exclaims in the same language: "Oh, you're Italian!" After savoring this moment I admit that I am unfortunately not Italian. "But your Italian is very good!"
Cheerfully I step back on the street. It has begun to drizzle. But my steps, that lead me to the Piazza Navona, are anyhow a little easier.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Immer wieder erfrischend ...

Liebe Grüße
Klaus